
Fritz Klocke ist verstorben
Es war auf dem BDF - Delegiertentag 1997 in Arnsberg, als die Freundschaft zwischen Fritz und mir begann. In einer berufspolitischen turbulenten Zeit wurden wir in den geschäftsführenden BDF-
Landesvorstand NRW gewählt. Es blieb dem neuen, aus erfahrenen und neuen Mitgliedern bestehenden Landesvorstand keine Zeit sich zu beschnuppern. Die stets in der Diskussion befindliche
Forstreform, der Konflikt mit dem Kartellamt über die Holzvermarktung und das Ringen um den Erhalt von Arbeitsplätzen und Planstellen waren nur ein Teil des zu bewältigenden Arbeitsvolumens.
Immer wieder suchten wir auch auf Drängen von Fritz die Gespräche mit den Landtagsfraktionen in Düsseldorf, den Verbänden und den Verwaltungen. Fritz hatte einen großen Anteil daran, dass unser
Berufsverband politischer agierte und seine Öffentlichkeitsarbeit intensivierte.
Es war Fritz, der mit dem ihm eigenen Humor festgefahrene Gespräche wieder in Fluss brachte. Dabei hatte er allerdings kein Problem damit, sich selbst und seine Vorstandskollegen auf die Schippe
zu nehmen. Kolleginnen waren jedoch niemals Zielscheibe seines Humors. Ich erinnere mich an einer unseren ersten Hauptvorstandssitzungen im Jugendwaldheim Arnsberg. Während der Sitzung erklang
das Haustelefon und Fritz nahm den Anruf wie folgt entgegen: „Ja, Bärbel, der Herr Dierdorf ist hier“. Sollte die Umweltministerin Bärbel Höhn tatsächlich am anderen Ende der Leitung sein? Ich
meldete mich am Telefon und am anderen Ende der Leitung befand sich der Hausmeister des Jugendwaldheimes, der lediglich wissen wollte, ob wir an dem Mittagessen teilnehmen wollten. Nun, ich muss
zugeben, ich musste lernen, auch über diesen Humor lachen zu können. Fritz und ich haben uns bei unseren gegenseitigen Besuchen stets aufs Neue über diese Anekdote köstlich amüsiert
Auch die Landtagsabgeordneten bekamen seinen Humor zu spüren. Bei einem Landtagsbesuch passierten wir die Eingangskontrollen und gelangten in das Foyer. Dort ermahnte Fritz mich laut und
vernehmlich, ich solle in Anbetracht zahlreicher Lumpen meine Taschen fest verschlossen halten. Nicht wenige strafende Blicke hatten wir auszuhalten.
Drei Jahre haben Fritz und ich Seite an Seite für unseren Berufsverband gestritten. Und es waren spannende und herausfordernde Jahre. In unzähligen Gesprächsrunden suchten wir nach den richtigen
Wegen zur Erhaltung der Einheitsforstverwaltung. Fritz diente unserem BDF mit seiner forstlichen Kompetenz, seinem Kämpferherz und seiner Leidenschaft für faire Streitgespräche. Die Bereitschaft
zur leidenschaftlichen Diskussion hat uns auch nach seinem Ausscheiden aus dem Landesvorstand verbunden. Bei meinen Besuchen im Hause Klocke blieb mir Fritz stets ein unverzichtbarer
Berater.
Sein Kämpferherz war in den Jahren nach seinem Eintritt in den Ruhestand gefordert. Seine schwere Erkrankungen galt es zu überwinden. Mit der ihm eigenen Disziplin folgte er klaglos den ihm
auferlegten Therapien. Wenige Tage vor dem Weihnachtsfest 2025 haben meine Frau und ich Veronika und Fritz Klocke besucht. An diesem Tag fühlte sich Fritz in der Lage zwei Stunden mit uns zu
verbringen. Diese zwei Stunden waren voll an Erinnerungen und Anekdoten. Beim Abschied wünschten wir uns ein Wiedersehen im Neuen Jahr. Dieser Wunsch ist uns nicht erfüllt worden. Fritz ist nun
nach langem Kampf von den hässlichen und qualvollen Erkrankungen erlöst worden. Ich glaube im Namen vieler Forstleute sprechen zu dürfen, dass Fritz Klocke in unseren Erinnerungen einen festen
Platz einnehmen wird. Mir fehlt er schon heute.
Bernhard Dierdorf - Ehrenvorsitzender