Einkommensrunde 2020: Tarifeinigung mit Bund und Kommunen

Corona-Kompromiss im öffentlichen Dienst


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Plan für den Wald Nordrhein-Westfalen
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Waldpakt NRW 2020
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Zum Thema Klimanotstand haben wir weitere Veröffentlichungen

und Aktivitäten des BDF Landesverbands NRW zusammengestellt



Live und in Farbe - Vorstandssitzung in Lüdenscheid

Effektiv und pandemisch unbedenklich - Vorstandssitzung in Lüdenscheid © Nikodem
Effektiv und pandemisch unbedenklich - Vorstandssitzung in Lüdenscheid © Nikodem

Oktober 2020

Unter selbstverständlicher Beachtung aller Hygienevorschriften fand Mitte August die reguläre Sitzung des geschäftsführenden Vorstands in Lüdenscheid statt.

 

Zunächst wurde der Termin mit Ministerin Heinen-Esser und Forstchef Kaiser thematisiert. Über die Inhalte haben die Mitglieder des Landesverbandes NRW sich bereits über soziale Netzwerke informieren können. Die derzeitige Lage für die Forstverwaltung inmitten einer Katastrophe biblischen Ausmaßes ist geprägt von dem Umstand, dass sich viel zu wenige Menschen um viel zu viel Arbeit kümmern müssen. Ohne Impulse für anständig bezahlte Arbeitsplätze und gute berufliche Perspektiven wird eine Lösung dieses Gordischen Knotens schwierig.

 

Unabhängig davon werden die Vorstellungen  zur direkten Förderung weiter umgesetzt, auch wenn die ursprüngliche Grundlage – nämlich die Vermarktung von Fichtenstammholz – zukünftig weitestgehend wegbrechen wird. Korrekturpotenzial ist nicht absehbar.

 

Auch diese Themen waren Gegenstand der Vorbereitung für ein Gespräch mit der Leitung von Wald und Holz NRW. Zusätzlich standen Fragen zur Artenvielfalt, zu alternativen Modellen der Bewältigung von Kalamitäten (z. B. Pachtmodelle) oder der forstpolitisch zukunftsweisende Hochschulstandort Arnsberg als Teil der Fachhochschule Südwestfalen auf der Agenda. Trotz akribischer Vorbereitung in der Vorstandssitzung musste dieser Gesprächstermin leider ohne den Betriebsleiter stattfinden.

 

Sehr gut läuft das interne Informationssystem des Landesverbandes. Die Beitragsstruktur ist stabil, wobei laufend darauf geachtet werden muss, dass jeder bezahlt, wozu er verpflichtet ist. Die Stellungnahme des BDF NRW zum Wiederbewaldungskonzept konnte dank der Beiträge vieler Mitglieder auf eine breite Basis gestellt werden (siehe Info 13/2020). UM


Sturm, Dürre und Borkenkäfer im Hochsauerlandkreis

Moderartion: Ralf Neuheuser Foto © Ch. Knoche
Moderartion: Ralf Neuheuser Foto © Ch. Knoche

Oktober 2020

Unter diesem Titel hatte die Bezirksgruppe Hochsauerland-Soest am 19.08.2020 politisch Verantwortliche im und für den HSK zu einem interfraktionellen Informations- und Diskussionsabend unter der eloquenten Moderation von Ralf Neuheuser eingeladen.

 

Alle Fraktionen waren der Einladung gefolgt und unterschiedlich stark vertreten. Aufgrund des Kommunalwahlkampfes waren viele Bürgermeister und Bürgermeisterkandidaten leider nicht dabei. Auch der amtierende Landrat hielt das Thema für weniger wichtig. Freuen durften wir uns aber über die Anwesenheit zumindest eines Herausforderers. Dass das Thema keines zum Glänzen ist, konnte man an der Vielzahl kurzfristiger Absagen von Landtags- und Bundestagsabgeordneten ablesen. Umso wichtiger, dass mit MdB Cronenberg (FDP) zumindest ein Vertreter der „großen“ Politik zugegen war.


Training im Stadtwald Foto © Hartung
Training im Stadtwald Foto © Hartung

Waldbesuch –

Erlebnisse in Coronazeiten

 

September 2020

Die Auswirkungen der Beschränkungen aufgrund der Coronapandemie führten in der Stadt Essen zu einem wahren Ansturm auf den Wald. War man es als Forstbediensteter im Stadtwald schon immer gewohnt, dass es etwas enger zugehen kann - gerade bei schönem Wetter -, so sorgte Corona jedoch für neue Entdeckungstouren von Erholungssuchenden.

 

Die städtischen Waldflächen liegen in der Stadt Essen ja nicht vor den Toren der Stadt, sondern als "Pantoffelgrün" inmitten des Stadtgebietes und grenzen Siedlungsbereiche voneinander ab. Die Erholungssuchenden nahmen die Corona-bedingten Sperrungen von Spielplätzen, Parkanlagen und Fitnessstudios zum Anlass, den Wald neu zu entdecken.

 

Das führte an einem sonnigen Dienstagnachmittag Mitte April während eines circa zwei Kilometer langen Rundweges im Schellenberger Wald zu Begegnungen mit etwa 60 Personen verschiedenen Alters. Mitten im Wald spielten beispielsweise Kinder im Kindergartenalter in einer matschigen Pfütze unter Betreuung einer sichtlich glücklich hereinschauenden Mutter. Eine Vielzahl an Joggern und Walkern übertraf sich gegenseitig im Tempo. Die mussten immer wieder Familien mit kleineren Kindern auf den schmalen Waldwegen ausweichen, die unverhofft die Seiten wechselten und den Joggern somit schnelle Reaktionen abforderten. Ein Gespräch von zwei Paaren auf einem Waldweg führte zu der sonderbaren Situation, dass sich Erholungsverkehr tatsächlich staute, da ein Überholen oder Passieren der Gesprächsrunde ohne 1,5 Meter Abstand für andere Beteiligte nicht möglich war. Nur das Ausweichen auf die den Hunden und dessen Hinterlassenschaften vorbehaltene Wegebankette löste die "Sperrung" kurzfristig auf.

 

Ein Highlight kam zum Ende meiner dienstlichen Routinekontrollrunde als sich zwei Bodybuilder an einem Brennholzstapel zu schaffen machten und die Meterrundholzstücke als Gewichte gebrauchten (Foto) - unter der Begleitung von AC/DC „Thunderstruck“, abgefeuert aus einer erstaunlich lauten Bluetoothbox - um ihre Muskeln inmitten der grünen Kulisse zu reizen.

 

Corona brachte den Bürgerinnen und Bürgern den Erholungsraum Wald zumindest kurzfristig noch näher als ohnehin schon und zeigte mir als Förster einmal mehr, dass der Wald nicht nur aus Holz besteht.

Tobias Hartung


September 2020

  • Sturm, Dürre und Borkenkäfer im Hochsauerlandkreis
  • Übungsschießen der Bezirksgruppe

Quer gedacht:

Kann die Pacht von Waldflächen ein Teil der Lösung für unsere Aufforstungsmisere sein?

 

Juli 2020

Was sind die Probleme der nächsten Jahre?

 

Wir stehen angesichts der kaum zu beseitigenden abgestorbenen Fichten und anderen Baumarten, der sich immer weiter einschränkenden Pflanzmöglichkeiten zu den bisher üblichen Jahreszeiten und der Finanznot von Teilen des Waldbesitzes vor dem Dilemma, kaum in der Lage zu sein, klimastabile Wälder zeitnah pflanzen zu können.

 

Wir benötigen daher neben einer möglichst flexiblen und einfachen Handhabung der Wiederaufforstungsförderung eventuell ein weiteres Verfahren, um Waldflächen wieder sinnvoll, d.h. klimastabil und zukunftssicher in Kultur zu bringen.

 

Eine solche Möglichkeit könnte darin bestehen, durch den Klimawandel geschädigte Flächen durch die Bundesländer für einen symbolischen Preis anzupachten, sie klimagerecht aufzuforsten, die Kultur zu sichern und nach einem Zeitraum von zum Beispiel 20 Jahren als junger Wald an die Besitzer zurückzugeben. Würden Mittel aus dem Coronapaket dazu verwandt, wäre dies ein sinnvoller Einsatz dieser Gelder.

 

Ohne in Details zu gehen, ist aus Sicht des BDF NRW dieser Gedanke zumindest überlegenswert.

 Fred Josef Hansen


Kommentar

Welche Rolle spielt die Forstverwaltung?

Wald im Stress durch Klima, Kalamitäten, Ansprüche und Zuständigkeiten - Foto: Ute Messerschmidt
Wald im Stress durch Klima, Kalamitäten, Ansprüche und Zuständigkeiten - Foto: Ute Messerschmidt

Seit Anfang März überlagert die Corona-Pandemie alle anderen Themen wie Klimawandel und Waldsterben. Unser Bundesvorsitzender Ulrich Dohle schreibt kürzlich in seinem Editorial: „Wenn wir auch aus dieser Krise lernen, dann können wir gestärkt daraus hervor gehen“. Ich wünsche mir, dass Ulrich Dohle recht behält.

 

Doch Zweifel sind erlaubt. Wenn selbst der temporäre TV-Star Peter Wohlleben aus den Gazetten und den Talkrunden verschwunden ist, wie denn sollten wir im eigenen Saft schmorenden Forstleute zurück in die Medien finden? Bereits bevor Corona die mediale Weltbühne betrat, verflüchtigte sich die politische Begeisterung für den Wald. Und schaue ich nach meinem Heimatland NRW, dann gewinne ich den Eindruck, dass sich der Landesbetrieb Wald und Holz nur noch mit sich selbst beschäftigt. Verloren gegangene Aufgaben und Geschäftsfelder wie Betreuung und Holzvermarktung werden nicht erkennbar durch neue Herausforderungen kompensiert. Die Führung verliert an Vertrauen in der Belegschaft, und die ewig Gestrigen pflegen längst überholte Privilegien.

 

Ich frage mich, ob zahlreiche Forstleute in alte, längst überwunden geglaubte Verhaltensmuster zurückgefallen sind. Viele Jahre empfanden sich insbesondere die Revierbeamten als Einzelkämpfer. Der Forstbetriebsbezirk war ihr uneingeschränktes Reich. Das Image des „Silberwaldförsters“ sorgte für ein positives Ansehen in der Bevölkerung, an dem die Natur- und Umweltverbände beharrlich und erfolgreich knabberten. Unser Berufsverband hat immer wieder gegen das nicht zeitgemäße Bild unseres Berufsstandes in der Gesellschaft angekämpft. Erfolgversprechende Wege in die Politik sind erschlossen und ausgebaut worden. Trotz ständiger Reformaktivitäten aus dem Ministerium und dem hinterhältig auf den Weg gebrachten Kartellverfahren schien sich der Landesbetrieb Wald und Holz NRW auf einem sicheren Weg in die forstliche Zukunft zu befinden.

 

Doch der Landesbetrieb verließ den erfolgversprechenden Weg. Mit dem Eurozeichen in den Augen wurde der Holzeinschlag im Staatswald erhöht. Die Chancen, die der Bereich Hoheit für die Einheitsverwaltung bot, sind sträflich vernachlässigt worden, denn die Hoheit verursachte Kosten. Hin und wieder sollte man sich an die ehemalige Umweltministerin Bärbel Höhn erinnern. Sie hatte trotz allen ministeriellen Reformeifers erkannt, dass sie mit dem Instrument „Hoheit“ forstpolitische Gestaltung in der Fläche behielt. Also lernen wir von Bärbel Höhn.

 

Wenn wir alle Ulrich Dohle in seiner Einschätzung folgen, dann müssen wir sofort damit beginnen, Gesellschaft und Politik davon zu überzeugen, dass wir Forstleute die wahren Anwälte des Waldes sind. Der Staatswald ist Bürgerwald und nicht Finanzmasse zur Konsolidierung des Staatshaushaltes. Wir müssen eine öffentliche Meinung herstellen, an der die Politik nicht vorbeikommt. Der Wald muss endlich in Koalitionsverträgen und Regierungserklärungen den Stellenwert bekommen, der ihm heute mehr denn je zusteht.

Bernhard Dierdorf 

BDF-Ehrenvorsitzender NRW 

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