Forstleute helfen Forstleuten

Eine Aktion vom Bund Deutscher Fosrtleute und Deutschem Forstverein

 

Der Krieg in der Ukraine ist eine schreckliche Ausnahmesituation für alle Menschen. Auch unsere forstlichen KollegInnen dort benötigen dringend Hilfe. Wir wollen Solidarität mit den ukrainischen Forstleuten zeigen und sie auf allen uns möglichen Wegen unterstützen.

Informieren Sie sich hier, wie Sie unterstützen können:

www.forstleute-helfen-forstleuten.de



Einkommensrunde TVöD 2023 mit Bund und Kommunen

Die Verhandlungen starten am 24. Januar 2023.

Die zweite Runde findet am 22./23. Februar 2023 statt.

Die Abschlussrunde geht vom 28. bis 30. März 2023.


V. Gelsenkirchener Verkehrssicherheitstag am 20.09.2022

01.09.2022

Die Veranstaltung ist ausgebucht!

Sie haben jedoch durch das Nachrücken bei der Absage eines bereits angemeldeten Teilnehmers die Möglichkeit, doch noch teilnehmen zu können. Melden Sie sich gern auf gewohntem Wege an. Die BDF NRW Geschäftsstelle setzt sich dann mit Ihnen in Verbindung.


Ehrungen v.l.n.r: Norbert Arnold (40 Jahre), Andreas Radi (25 Jahre), Günter Harmel (40 Jahre) © Bezirksgruppe Ostwestfalen-Lippe
Ehrungen v.l.n.r: Norbert Arnold (40 Jahre), Andreas Radi (25 Jahre), Günter Harmel (40 Jahre) © Bezirksgruppe Ostwestfalen-Lippe

Von Förstern und Kühen

 

September 2022

Nach langer Corona-Pause konnte am 10. Juni endlich wieder eine Mitgliederversammlung in der Bezirksgruppe Ostwestfalen- Lippe stattfinden. Tagungsort war die Segelflugschule in Oerlinghausen. Die Veranstaltung wurde sehr durch die Anwesenheit und den Bericht unseres Landesvorsitzenden Fred Josef Hansen bereichert. Langjährige Mitglieder wurden geehrt und der Vorstand neu gewählt.

 

Bis auf Herwart Siebert hatte sich der alte Vorstand bestehend aus Dieter Kube, Marina Jürgens, Anna Rosenland und Geschäftsführer Norbert Arnold zur Wiederwahl gestellt und kann seine Arbeit nun auch weiterführen. Neu in den Vorstand gewählt wurde Andreas Radi vom Landesbetrieb Wald und Holz, RFA Ostwestfalen-Lippe.

 

Mit zwei weinenden Augen verabschiedete die Bezirksgruppe ihren langjährigen Vorsitzenden Herwart Siebert in den gewerkschaftlichen Ruhestand. Herwart ist seit einigen Jahren bereits nicht mehr im aktiven Dienst, blieb aber zur Unterstützung seiner Nachfolgerin weiterhin wertvolles Vorstandsmitglied. Mit seinem Organisationstalent, seiner freundlichen, ruhigen Art und kreativen Ideen für die Mitgliederversammlungen war er nicht nur der Kopf, sondern auch das Herz der Bezirksgruppe. Er hat die Gewerkschaftsarbeit aktiv wahrgenommen. Wir danken ihm von ganzem Herzen für sein Engagement.

 

Nach dem Mittagessen begann der inoffizielle Teil der Veranstaltung mit einem sehr interessanten Vortrag des Projektleiters Daniel Lühr vom Kreis Lippe zum Naturschutzgroßprojekt Senne. Eines der Ziele des Großprojektes ist, lichte Waldstandorte als artenreiche Kulturlandschaftselemente und Rückzugsraum für licht- und wärmebedürftige Offenlandarten durch Waldbeweidung zu erhalten. Mit diesem Hintergrundwissen konnte dann in die Exkursion gestartet werden.

 

Der ein oder andere Teilnehmer musste jetzt allerdings erstmal die grüne Försterbrille absetzen, um sich voll und ganz auf das Thema und die Zielsetzung des Projekts einlassen zu können. Durch gezielte Hiebsmaßnahmen, die den Bestockungsgrad massiv abgesenkt haben und die darauf folgende, nach genauem Plan durchgeführte Beweidung haben sich Lichtwaldstrukturen und Offenlandflächen gebildet. Diese Strukturen weisen mittlerweile einen enormen Artenreichtum auf. Unter anderem sind hier Uferschwalbe, Ziegenmelker und Wiedehopf zuhause. Die Beweidung findet mit Schottischen Hochlandrindern, Dartmoorponys und Ziegen statt. In gewissem Maße kann durch diese Tiere bei gezieltem Weidemanagement sogar die Spätblühende Traubenkirsche in Schach gehalten werden.

 

Wir freuen uns sehr, in Zukunft wieder mehr gemeinsame Aktivitäten und Exkursionen in der Bezirksgruppe anbieten zu können. Der gemeinsame Austausch unter Kolleginnen und Kollegen zu forstlichen Themen ist in den vergangenen Corona-Jahren viel zu kurz gekommen. Gerade in Zeiten mit besonderen Belastungen durch Großkalamitäten ist er aber oft sehr hilfreich und wichtig.

AR 


Viele Köche und der Brei

 

September 2022

Nordrhein-Westfalen hat gewählt. Die schwarz-gelbe Koalition wurde von einer schwarz-grünen abgelöst. Ein Preis für das erstmalig in NRW geglückte Zusammenfinden dieser Parteien ist der Neuzuschnitt diverser Ministerien. Betroffen davon ist auch der nordrhein-westfälische Wald. Bislang im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV) zuhause, wird er nun aufgeteilt. So erhält das Ministerium für Verkehr, das zum Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MLV) wird, mit der Zuständigkeit für Forst- und Holzwirtschaft, Waldökologie, Waldbau, Klimawandel im Wald, landeseigener Forstbetrieb, Forstpolitik, Forsthoheit, Forstliche Förderung und Jagd den Großteil der den Wald betreffenden Geschäftsbereiche. Zumindest soweit es sich um Wald handelt, mit dem mehr geschieht, als ihm beim Wachsen zuzusehen.

 

Die Bereiche Naturschutz und Landschaftspflege sowie Umweltbildung im Wald kommen nur so weit zum neuen MLV, wie nicht das MULNV, das künftig Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr (MUNV) heißt, zuständig ist. Ausdrücklich beim MUNV bleibt der Geschäftsbereich „Nationalparks“. Bislang gibt es davon einen, der liegt südöstlich von Aachen in der Eifel. Zuständig dafür ist derzeit das Nationalparkforstamt Eifel, eines der 16 Forstämter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW.

 

Bei Lesen des Koalitionsvertrages offenbart sich eine weitere drohende Zuständigkeitsvervielfältigung: die neue Regierung will 15 Prozent der Staatswaldflächen für den Waldnaturschutz sichern und aus der Nutzung nehmen. Weiter ist beabsichtigt, die bereits heute in Schutzgebieten liegenden landeseigenen Flächen in die „NRW Stiftung“ zu überführen (eine Überlegung, die vor einigen Jahren ähnlich schon mal diskutiert und geprüft und seinerzeit u.a. vom Landesrechnungshof abgelehnt wurde).

 

Nach Bekanntwerden dieser Aufteilung der Zuständigkeit für Wald auf mehrere Ministerien hat der BDF NRW gemeinsam mit den NRW-Landesverbänden von Waldbauernverband, IG BAU, Forstverein, Waldbesitzerverband, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und ANW ein Schreiben an Ministerpräsident Wüst gerichtet. Darin heißt es unter anderem: „Bisher war es partei- und verbändeübergreifender Konsens, die Zuständigkeit für den Wald nicht zu trennen. Die nunmehr beschlossene Trennung von Land- und Forstwirtschaft, Arten- und Naturschutz, Erholung, Holzproduktion und Jagd erschwert zukunftsfähige und ganzheitliche Ansätze, weil bewährte Strukturen, die für einen hohen Naturschutzstandard im Wald in ganz NRW stehen, aufgelöst werden. Wir befürchten, dass damit auch der Segregation, also einer Trennung in primär Wirtschaftsflächen einerseits und Schutzgebietsflächen andererseits Vorschub geleistet werden könnte. … Unsere Verbände stehen für den Erhalt der Einheitsforstverwaltung und eine multifunktionale, gemeinwohlorientierte Waldbewirtschaftung. Aufgrund des Klimawandels und der aktuellen Energiekrise ist eine Waldpolitik geboten, die alle Waldfunktionen auf allen Flächen im Blick hat und möglichst alle Akteure einbindet.“

CG 


© Landesverband Lippe
© Landesverband Lippe

Hans Ulrich Braun im Ruhestand

 

September 2022

Zum 01.07.2022 ist unser langjähriges BDF-Mitglied, der Leitende Forstdirektor Hans Ulrich Braun in den Ruhestand getreten. Aufgewachsen als Sohn eines Försters studierte er nach Tätigkeit in der praktischen Waldarbeit Forstwissenschaften in Göttingen. Es folgte im Jahr 1984 die Staatsprüfung für den höheren Forstdienst im Land NRW. Im Mai 1985 trat Braun in den Dienst des Landesverbandes Lippe, hier zunächst auf einer Stelle für die Planung von Maßnahmen zum Umwelt- und Naturschutz. 1988 wurde ihm die Leitung des Forstamts Horn übertragen. Seit 2003 war Braun dann Leiter des gesamten Forstbetriebes, der mit rund 15.700 ha Waldfläche einer der größten in NRW ist. In seiner 37jährigen Tätigkeit beim Landesverband Lippe gelang es Braun, die wirtschaftlichen Vorgaben eines auf die Erträge aus dem Wald angewiesenen Betriebes zu erfüllen und zugleich zahlreiche ökologische Maßnahmen im Wald umzusetzen. Die Kolleginnen und Kollegen wünschen ihm für seinen Ruhestand alles erdenklich Gute.

CG 


Forstliches Staatsexamen 2022 bei sommerlichem Wetter

Der Jahrgang 2022 des forstlichen Staatsexamens © Wald und Holz NRW / Mark Mevissen
Der Jahrgang 2022 des forstlichen Staatsexamens © Wald und Holz NRW / Mark Mevissen

Juli/August 2022

Im Rahmen der erfolgreichen Prüfungskooperation der Landesforstverwaltungen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen fanden im Mai 2022 die beiden Waldprüfungen und die mündlichen Prüfungen des forstlichen Staatsexamens für insgesamt 19 Forstreferendar/innen des Prüfungsjahrgangs 2022 in Niedersachsen statt. Die sechs schriftlichen Prüfungen wurden bereits Anfang März diesen Jahres absolviert.

 

Die beiden ganztägigen Waldprüfungsparcours mit jeweils fünf Prüfungsstationen und einer Vorbereitungsstation wurden in den niedersächsischen Forstämtern Rotenburg (Flachland) und Saupark (Bergland) in vielseitigen und abwechslungsreichen Disziplinen wie Waldbau und Standortskunde, Naturschutz, Holzaushaltung, Holzverwendung und - vermarktung, Forsttechnik und Wegebau, forstliches Vermehrungsgut, Wildbewirtschaftung und Jagd sowie einem Rollenspiel in Form eines Konfliktmanagements mit einem Waldbesucher durchgeführt.

 

Im Anschluss fanden die mündlichen Prüfungen in sechs Prüfungsgebieten am 11. und 12. Mai im Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum (NFBZ) in Münchehof statt. 19 Prüflinge konnten das Forstreferendariat erfolgreich abschließen. Dabei erbrachten sie mit sechsmal Note gut, zwölfmal Note befriedigend und einmal Note ausreichend eine herausragende Durchschnittsnote von 10,07 Punkten (befriedigend plus). Jahrgangsbester Absolvent wurde Friedrich Haferkorn aus Sachsen-Anhalt mit 11,99 Punkten (Note gut), gefolgt von Fritz Hofheinz aus Niedersachsen mit 11,93 Punkten und Lucas Hebbecker aus NRW mit 11,88 Punkten (beide ebenfalls mit Note gut).

 

Im Anschluss an die mündlichen Prüfungen erhielten die Forstassessor/innen ihre Prüfungszeugnisse vom neuen Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, Herrn Henning Schmidtke, im Garten des NFBZ Münchehof ausgehändigt. Sechs der sieben Forstassessor/innen aus NRW nutzten direkt im Anschluss an die Übergabe der Prüfungszeugnisse ein Angebot von Wald und Holz NRW, einen zeitlich auf 24 Monate befristeten Beschäftigungsvertrag zu unterzeichnen.

 

Den Forstassessor/innen des Prüfungsjahrgangs 2022 gratulieren wir ganz herzlich zum bestandenen Staatsexamen und wünschen einen guten Start in den Beruf! Besonderer Dank gilt neben den Gastgebenden und Organisierenden in Niedersachsen den Fachprüfer/innen, allen Kolleginnen und Kollegen sowie internen und externen Dozentinnen und Dozenten, die sich bei der Ausbildung und Prüfung des gehobenen und höheren Forstdienstes engagieren und damit die forstlichen Vorbereitungsdienste ganz maßgeblich gestalten. Im kommenden Jahr wird im jährlichen Wechsel Wald und Holz NRW wieder Gastgeber und Ausrichter für die Forstlichen Staatsexamensprüfungen in der Zeit vom 22.-25.Mai 2023 sein.

 

Dem zukünftigen Personalbedarf in beiden forstlichen Laufbahnen bedarfsorientiert folgend, reduziert Wald und Holz NRW die jährlichen Ausbildungsstellen ab Einstellungsjahr 2022 für Forstreferendar/innen von bisher acht auf sechs und erhöht die Ausbildungsstellen für Forstinspektoranwärter/innen von bisher 18 auf 20.

Wald und Holz NRW/Mark Mevissen 


Fokus "Forstleute" - welche Übergriffe erlebt ihr?

© dbb nrw
© dbb nrw

Juni 2022

Beschimpft, geschlagen und mit Fäkalien beworfen - was Beschäftigte im Öffentlichen Dienst über sich ergehen lassen müssen, nur weil sie ihren Job machen, ist schockierend. Die Hemmschwelle, übergriffig zu werden, sinkt immer mehr.

 

Seit geraumer Zeit steigt die Zahl der Übergriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen des Öffentlichen Dienstes. Oftmals sind es vor allem Berichte aus den Bereichen der Justiz, Polizei, den Ordnungs- und Sozialämtern, der Feuerwehr sowie im Pflege- und Rettungsdienst, die kurzzeitig in den Blick der Öffentlichkeit gelangen. Bisher gar nicht beachtet ist dabei bislang der gesamte Bereich der Forstverwaltung. Das liegt sicher nicht daran, dass hier keine Übergriffe stattfinden!

 

Wir möchten das gerne bekannter machen und darstellen, was Forstleute bei ihrer täglichen Arbeit erleben und welchen Formen von Übergriffen sie ausgesetzt sind. Konkret also:

  • Was erleben Forstleute durch Übergriffe im Wald?
  • Was erleben die Mitarbeitenden in den Verwaltungen?
  • Aus welchen Gründen kommt es zu welchen Übergriffen?
  • Was müsste passieren, um die Situation zu verbessern?

Genau dort möchte die Kampagne „Gefahrenzone Öffentlicher Dienst“ (www.angegriffen.info) der Deutsche Beamtenbund-Jugend (dbb jugend nrw) ansetzen und bietet Innen- wie Außendienstlern der Forstverwaltung die Plattform, über ihre Situation zu berichten und so den Fokus auf diesen Bereich zu legen.

 

Dafür aber brauchen wir DICH! Wir suchen Betroffene, die über ihre Situation berichten.

Helft mit, auch die Situation im Forstdienst nach außen transparent zu machen.

Helft mit beim Update des immer noch verklärten Bildes des Forstberufes.

Traut Euch!

 

Wenn Ihr als Interviewpartner zur Verfügung steht, meldet Euch in der BDF NRW Geschäftsstelle kontakt@bdf-nrw.de. Wir geben euch erste Infos über den möglichen Ablauf und die Form und stellen dann den Kontakt zur dbb jugend NRW her.

BDF NRW / dbb jugend nrw


Drei Jahre in Pension - ein Rückblick

Rückblick auf ein langes berufliches Leben mit Wald und Bäumen © U. Messerschmidt
Rückblick auf ein langes berufliches Leben mit Wald und Bäumen © U. Messerschmidt

Juni 2022

Im Mai 2019 konnte ich nach fast 45 Jahren - nach einem mit viel Freude und erfüllten Berufsleben an verschieden Stationen bei der Landesforstverwaltung NRW - in die Pension wechseln. In Anbetracht der Dürre-Jahre, der Borkenkäfer - Kalamität und des Umbruchs bei den forstlichen Grundlagen in der Beratung eine Fügung des Schicksals.

 

Ich darf bei dieser Gelegenheit den aktiven Mitarbeitern*innen beim LB Wald und Holz NRW danken für ihre unermüdliche und stressbelastete Arbeit im Wald und für die Gesellschaft. Für den Generationenwechsel und die zukünftigen Aufgaben wie zum Beispiel die Wiederbewaldung der Kahlflächen wünsche ich entsprechende Anerkennung und ausreichende finanzielle wie personelle Ausstattung.

 

Bevor man in den 3. Lebensabschnitt wechselt, waren natürlich rechtzeitig Weichen zu stellen, wie das weitere Leben gestaltet werden könnte. Eine eigene Wohnung war vorhanden, die finanziellen Grundlagen waren rechtzeitig gelegt, die Kinder sind erfolgreich selbstständig. Losgelöst von täglicher Berufsarbeit konnte man sich Träumen hingeben wie Urlaub außerhalb der Ferienzeiten, spontane Besuch von interessanten Veranstaltungen und bei Freunden sowie dem Nachgehen von Hobbys im Bereich des Gartens, sportlichen Aktivitäten, im Naturschutz und jagdlichen Aktivitäten.

 

Aber dann kam 'Corona'. Geplante Urlaube mussten storniert oder verschoben werden. Das öffentliche Leben wurde eingeschränkt, z. B. keine persönliche Treffen beim BDF, der ANW etc.. Verunsicherungen im eigenen Verhalten zu anderen Menschen waren an der Tagesordnung - Impfstoff war noch nicht vorhanden. Selbst gegenüber nahestehenden Verwandten und Freunden stellen sich Fragen, wie man sich zu verhalten hatte. Gott sei Dank sind wir bis zum jetzigen Zeitpunkt gesund geblieben und dieser Schrecken hat nachgelassen. Man hat gelernt, damit umzugehen.

 

Wie haben meine Frau und ich diese Zeit genutzt? Wir leben nun glücklicherweise in einer Gegend, wo Wald und Wasser die vorherrschenden Elemente sind. Also war Wandern angesagt im Bereich des Arnsberger Waldes zwischen Brilon und Arnsberg oder Möhnesee und Meschede:

  • Es wurden Waldbestände besucht, in denen man gewirkt hatte - soweit sie noch vorhanden waren.
  • Wir konnten zusehen, wie der Nadelwald (Fichte) durch Trockenheit und Käfer „starb“;
  • Kahlflächen sich ausbreiteten, Holzberge wuchsen und die entstandenen Fernsicht einschränkten
  • Spätfröste im April /Mai die Kulturen auf Freiflächen schädigten;
  • Großmaschinen sich durch den Wald wühlten mit entsprechenden Spuren, manchmal Verwüstungen in Bachbereichen hinterließen, allerdings auch die geschädigten Fichten effektiv aufarbeiteten;
  • Wie große Restholzmengen auf den Kahlflächen verbleiben - vielleicht gut als langfristiger Humus für nachfolgende Waldgeneration? Aus heutiger Sicht bei den stetig steigenden Energiekosten ein Vorrat an Brennholz in der nächsten Zeit?
  • Waldbesitzer trotzdem wieder Fichten pflanzten oder auch auf ehemaligen Fichtenreinbeständen Mischholzkulturen anlegten (allerdings gegattert!);
  • große Rudel von Sikawild Naturverjüngung verhindern, die allerdings auch Einstände verloren haben. Jetzt ist es dringend Zeit, diesen Überbestand zu reduzieren, bevor sich wieder unübersehbare Einstände bilden;
  • vermehrt Singvögel (z.B. Neuntöter) der freien Landschaft und wärmeliebende Insekten (Ameisenlaufkäfer) auf Kahlflächen zu beobachten sind, Waldvögel wie z. B. Kreuzschnäbel und Goldhähnchen verschwinden;
  • Wie Menschen in den Wald strömten, um den engen Wohnungen zu entfliehen, vielfach begleitet von Hunden, die mehr oder weniger 'erzogen' waren;

Weiterhin war Zeit zum Lesen und zur Information in verschiedenen Medien. Als Folge wurden und werden Leserbriefe und Kommentare zu verschieden Themenbereichen verfasst und veröffentlicht. Natürlich wurde auch über eine eigene Energiegewinnung und CO2-Vermeidung nachgedacht, mit der Folge, dass Strom aus Windenergie bezogen wird und schon mal eine kleine Solaranlage installiert wurde. Sammelstellen für Regenwasser sind aufgestellt. Ein schönes forstliches Highlight in dieser Zeit war die Teilnahme an einer WDR-Fernsehsendung im Jugendwaldheim Ringelstein im Forstamt Hochstift/ Paderborn. Thema: Vermittlung von Waldwissen früher und heute in einem Jugendwaldheim. Da haben sich doch viele Ansichten zum Wald inhaltlich verändert!

 

Wie geht es nun weiter? Die Pandemie ist bei verantwortungsvollem Verhalten beherrschbar und Freiheiten können verantwortungsvoll wieder genossen werden. Der Ukraine-Krieg und seine Auswirkungen sind einschneidend oder sogar ungewiss. Für eigene fast 70 Jahre in Frieden bin ich dankbar. Wir haben es rückblickend sehr gut gehabt. Ich wünsche der nachfolgenden Generation auch solchen Frieden und Wohlstand. Die Arbeit für und im Wald setzt auf eine solche Zukunft und damit ein Zeichen für Zuversicht.

Ralf Neuheuser


Andreas Lischka Nachruf Trauer
Foto: Andreas Lischka

Siegfried Schell - ein preußischer Charmeur


Nachruf auf

Johannes Röhl


Wir trauern um

Viktor Mögenburg


Edgar Kremser

1941 - 2021