aktuelles Bund Deutscher Forstleute NRW
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Wahl von neuem PR und HPR in bewegten Zeiten


Starke Kommunen - Gemeindewaldbesitzerverband NRW legt Geschäftsbericht vor

Übung Höhenrettung von Feuerwehr und SKT-Team eines städtischen Forstbetriebes Foto: Chritian Guth
Übung Höhenrettung von Feuerwehr und SKT-Team eines städtischen Forstbetriebes Foto: Chritian Guth

März 2024

Mit gut 196.000 Hektar befinden sich rund 21 % der Wälder Nordrhein-Westfalens im Eigentum von Gemeinden, Gemeindeverbänden und öffentlich-rechtlichen Körperschaften. Größte kommunale Waldeigentümer sind die Städte Brilon mit 7.750 Hektar und Warstein mit 4.926 Hektar Wald. Die beiden größten Körperschaftswälder betreuen der als Gemeindeverband aus elf Städten und vier Kreisen im Ruhrgebiet gebildete Regionalverband Ruhr über seine eigenbetriebsähnliche Einrichtung Regionalverband Ruhr Grün und der das Vermögen des 1947 an NRW angegeliederten ehemaligen Landes Lippe verwaltende Landesverband Lippe mit jeweils rund 15.600 Hektar Waldbesitz.

 

Die Forstverwaltungen dieser Waldbesitzer beschäftigen insgesamt mehrere hundert MitarbeiterInnen. Allein die Zahl der Försterinnen und Förster dürfte bei etwa 200 liegen. Während der Waldbesitz für viele der Körperschaften im ländlichen Raum eine wichtige Einkommensfunktion hat, liegt der Schwerpunkt der Waldnutzung in den Ballungsräumen mehr in den Bereichen Stadtklima, Emmissionschutz und Naherholung.

 

Einen recht anschaulichen ersten Einblick in die Vielfalt der Arbeitsbereiche und Herausforderungen der Kolleginnen und Kollegen im Kommunaldienst zwischen Waldbaden und Windkraft, Wirtschaftswald und Wildnis bietet der neue Geschäftsbericht des Gemeindewald- besitzerverbandes NRW. Der Gemeindewaldbesitzerverband ist ein Zusammenschluss von 149 nordrheinwestfälischen Gemeinden, Gemeindeverbänden und öffentlich-rechtlichen Körperschaften. Der Geschäftsbericht ist hier abrufbar.

CG  


Auf ein Neues - Anmerkungen mit Blick auf 2024

März 2024

Das vergangene Jahr 2023 hat in Nordrhein-Westfalen etwas Entspannung gebracht - zumindest witterungsbezogen betrachtet. Nach den langanhaltenden, glühenden Sonnenwetterlagen des für unseren Wald in Verbindung mit den vorangegangenen Trockenjahren katastrophalen Dürrejahres 2022 brachte 2023 endlich die lange vermissten Landregen. Der Himmel war sehr häufig schön grau. Die überwiegend gut dosierte Feuchtigkeit füllte die tiefentleerten Grundwasserstände wieder ein wenig auf und Bäche, Flüsse und Seen führten halbwegs die gewohnten Wasserstände. Ab Ende November kamen sogar noch Frosttage mit einer Schneedecke bis in tiefere Lagen hinein. So manchen unserer älteren Kolleginnen und Kollegen werden dabei Erinnerungen an frühere Zeiten gekommen sein. Zeiten, in denen im Wald vieles noch einfacher zu sein schien als heute.

 

Was mag uns das neue Jahr 2024 in Nordrhein-Westfalen bringen? Es gibt hier in einigen günstigen Lagen tatsächlich noch lebendige ältere Fichten. Der Witterungsverlauf 2024 wird mit darüber entscheiden, ob sie gesund ihr vorgesehenes Erntealter erreichen und ob Zeit genug ist, noch unter ihrem schützenden Schirm, eine den künftigen Standort-Herausforderungen gewachsene neue Waldgeneration zu etablieren. Bei der Rotbuche werden wohl weiter die tiefgreifenden Folgeschäden der Dürrejahre durchschlagen und Holzernte und -vermarktung erschweren. Bei unserer dritten Hauptbaumart, der Eiche, wird spannend, ob und ggf. wie weitgehend sich der Eichenprachtkäfer anschickt, ähnlich wie der Buchdrucker eine bestandesbedrohende Massenvermehrung aufzubauen.

 

Auch einige bedeutende gesellschaftliche Themen kommen in 2024 auf den Wald zu.

Werden sich Politik und Verbände wieder auf einen Waldpakt für NRW einigen können?

Wie wird es beim Thema Nationalpark weitergehen? Während erste Kreistagsfraktionen in den vom Land einleitend aufgezeigten Regionen Ablehnung signalisiert haben, sammeln Bürgerinitiativen dort Stimmen, um Bürgerentscheide herbeizuführen. Bei der ministeriellen Zuständigkeit zumindest scheint sich die Lage zu klären. Das Umweltministerium (MUNV) möchte eine zunächst offenbar mit sechs Stellen ausgestattete eigene Nationalparkbehörde aus der Taufe heben. Immerhin läuft ja zum Ende des ersten Quartals 2024 der Findungsprozess für den zweiten Nationalpark in NRW aus. Und bei zwei Nationalparks ist dann wohl auch eine Behörde erforderlich, die die beiden in der Fläche aktiven Nationalparkverwaltungen von zentraler Stelle aus kontrolliert und leitet. Was dann wohl bedeutet, dass die Mitarbeitenden der Nationalparkverwaltungen dem MUNV und nicht mehr dem dem Landwirtschaftsministerium zugeordneten Landesbetrieb Wald und Holz NRW unterstellt sind. Schwarzseher mögen unken, dass hier zu einem Schnitt zwischen „Naturschutzförstern“ und „Holzförstern“ angesetzt wird.

 

Und dann sind da die jüngsten Bemühungen zur Neufassung des Bundeswaldgesetzes. Der BUND hatte dazu Anfang November 2023 fünf Forderungen veröffentlicht. Der NABU war noch fleißiger und legte bereits einige Wochen zuvor gemeinsam mit dem Deutschen Naturschutzring, der Deutschen Umwelthilfe und dem WWF gleich einen fertigen „Entwurf eines Gesetzes zum Schutz, zur Wiederherstellung und zur Förderung der ökologischen Leistungsfähigkeit des Waldes sowie zur Regelung seiner nachhaltigen Nutzung (BWaldG)“ vor. Der gebe allerdings „nicht notwendigerweise die jeweilige Meinung aller beteiligten Organisationen“ wieder (?) Lex made by parts of NGO´s? Dann gelangte ein Entwurf an die Öffentlichkeit, der von Naturschutzvereinen und Grundeigentümern kritisiert wurde, aber offenbar noch nicht den politisch diskussionsreifen Stand wiedergab. Mittlerweile gibt es wohl einen abgestimmten Vorentwurf, der jedoch ebenfalls Sorgen und Kritik ausgelöst hat. Spannend ist das, weil eine größere Änderung des Bundeswaldgesetzes eine Anpassung des Landeswaldgesetzes nötig machen dürfte.

 

Nicht zuletzt sind in 2024 auch noch die Personalratswahlen.

 

Das Jahr 2024 verspricht aus Waldsicht also spannend zu werden. Auch bei derzeit vermeindlich komfortablen Aussichten auf einen Arbeitsplatz in einer Forstverwaltung (Aussichten, von denen Berufsanfänger in den 1990ern nur träumen konnten) lassen die genannten Punkte erahnen, dass Forstleute nach wie vor - oder vielleicht sogar mehr noch als bisher - eine starke Berufsvertretung brauchen. Und eine Berufsvertretung ist umso stärker, je mehr Mitglieder sich aktiv einbringen. Machen Sie also mit.

CG 


Ausbildung von Forstleuten in Kommunen angeregt

Gemeinsame Initiatibe von BDF NRW und AG Großstadtwald

 

Januar/Februar 2024

Der BDF NRW und die Arbeitsgemeinschaft Großstadtwald Nordrhein-Westfalen (AG Großstadtwald) haben sich gemeinsam dafür ausgesprochen, die an das Bachelor- oder Masterstudium anschließende praktische Ausbildung von jungen Forstleuten in den Kommunen zu ermöglichen. Hintergrund ist der aktuelle Fachkräftemangel im gehobenen und höheren Forstdienst und das daraus erwachsende drängende Problem, ausreichend geeignete Mitarbeitende zu finden.

 

Im geschäftsführenden Vorstand des BDF NRW und parallel bei der AG Großstadtwald wurde intensiv über den akuten Mangel an Fachkräften im Forstsektor diskutiert. Als sich immer wieder zeigendes großes Problem bei Einstellungsverfahren wurde dabei benannt, dass die Anzahl der Bewerbungen auf offene Stellen bei den Kommunen nur gering ist, und dass die Profile der Bewerbenden oft den Erfordernissen der Stellen im urbanen Raum mit seinen besonderen Herausforderungen nicht gerecht werden. Hier besteht ein dringender Handlungsbedarf.

 

Gerechterweise muss angemerkt werden, dass der Landesbetrieb Wald und Holz NRW seine AnwärterInnen und ReferenarInnen bereits auch für eine künftige Tätigkeit im Dienst bei den Kommunen im Land vorbereitet. Allerdings zeigt sich als Problem, dass der Landesbetrieb selbst gute Mitarbeitende benötigt und aufgrund seines Monopols bei der Ausbildung in Anwärterdienst und Referendariat stets den ersten Zugriff auf die AbsolventInnen hat. Das schränkt die Möglichkeiten der Kommunen erheblich ein.

 

Als Reaktion auf diese Herausforderung haben die AG Großstadtwald und der BDF NRW angeregt, eine gemeinsame Initiative ins Leben zu rufen und die geltenden Ausbildungsverordnungen für den gehobenen und höheren Forstdienst zu überdenken. Ziel dieser Maßnahme ist, den Kommunen die Möglichkeit zu eröffnen, selbst Träger der an das Studium anschließenden Ausbildung für diese Laufbahnen zu sein. Eine solche Änderung hätte nicht nur zur Folge, dass die Kommunen in der Lage wären, AnwärterInnen und ReferendarInnen, denen eine spätere Tätigkeit im Kommunaldienst attraktiv erscheint, intensiver an den speziellen Problemstellungen einer urbanen Forstverwaltung auszubilden, sondern würde auch die Qualität der Bewerbenden für eine Verwendung in dieser Funktion insgesamt erhöhen.

 

Die Öffnung der Ausbildung für Kommunen wäre zweifellos ein entscheidender Schritt zur Fachkräftesicherung im Forstsektor und gleichzeitig eine Stärkung der Eigenverantwortung und Autonomie der Kommunen. Diese gemeinsame Initiative zeigt die Entschlossenheit der AG Großstadtwald und des BDF, aktiv zur Lösung des Fachkräftemangels beizutragen und die Zukunft des Forstsektors in Nordrhein-Westfalen zu sichern.

 

Die kommenden Schritte werden darin bestehen, Gespräche mit dem zuständigen Ministerium zu führen, breite Unterstützung für diese Initiative zu gewinnen und die notwendigen Maßnahmen zur Anpassung der Verordnungen einzuleiten. Es ist an der Zeit, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, um die Qualität der Arbeit in unseren Wäldern auch künftig zu gewährleisten und die Zukunft des Forstsektors zu sichern.

FJH 


Kompetenz in allen Versicherungsfragen

Das Team vom BDF Sozialwerk
Das Team vom BDF Sozialwerk © BDF Sozialwerk

Das Magazin des DBB Beamtenbund und Tarifunion

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Andreas Lischka Nachruf Trauer
Foto: Andreas Lischka

Wir trauern um
Alfred Edelhoff


Zum Tod von Markus Wolff


dbb nrw Beamtenbund und Tarifunion

Forstwirtschaft in Deutschland