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Plan für den Wald Nordrhein-Westfalen
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Waldpakt NRW 2020
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Zum Thema Klimanotstand haben wir weitere Veröffentlichungen

und Aktivitäten des BDF Landesverbands NRW zusammengestellt



Konsequenzen aus dem Waldpakt

 

März 2020

Neben den bisherigen wichtigsten Grundlagen für forstliches Handeln in NRW, nämlich

hat die Landesregierung NRW mit Verbänden aus Forst- und Holzwirtschaft, Naturschutz und Berufsvertretungen den Waldpakt „Klimaschutz für den Wald – unser Wald für den Klimaschutz“ unterzeichnet. Mitentwickler und Unterzeichner ist auch der BDF NRW.

Im Handlungsfeld „Anpassungsstrategie Wald im Klimawandel“ wird die besondere Bedeutung des Waldes als Klimaschützer betont, der gleichzeitig selbst stark von Klimaänderungen betroffen ist. Gemeinsame Ziele sind daher:

  • klimastabile Mischwälder mit größerer Vielfalt und Naturnähe,
  • angepasste Wildbestände und der
  • Ausbau der wald- und klimabezogenen Forschung.

Im Handlungsfeld „Unterstützung für Wald und Waldbesitzende“ sieht der Waldpakt Hilfen zur Schadensbewältigung und eine stärkere Honorierung der Gemeinwohlleistungen des Waldes vor.

Das Land wird hierzu Mittel für die Wiederbewaldung bereitstellen. Nach einer Erhebung des Landesbetriebes Wald und Holz Nordrhein-Westfalen fielen in den Jahren 2018 und 2019 allein in der Fichte über 18,7 Millionen Kubikmeter Schadholz an (Stand: November 2019). Nach bisherigen Prognosen rechnet der BDF NRW mit einer ungebremsten Fortsetzung der Katastrophe und einer ähnlich hohen Schadholzmenge in der Fichte in 2020. Wie die Buche reagiert, ist noch offen, dies wird aber auch nicht sehr optimistisch gesehen.
Für die Wiederbewaldung hat das Land  Mittel in Höhe von 100 Millionen Euro für die kommenden zehn Jahre zugesagt. Diese Mittel werden aber bei Weitem nicht ausreichen, um in NRW einen klimastabilen und zukunftsfähigen Wald zu verwirklichen.

Geplant sind zudem:

  • der Ausbau des forstlichen Monitoringsystems zur frühzeitigen Schadensabwehr und
  • die Unterstützung der Waldbesitzer bei Verkehrssicherung und Waldbrandprävention.
  • Für die Betreuung von Kleinprivatwald sollen forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse unterstützt und gefördert werden.
  • Ebenso geplant ist die Unterstützung der Gemeinden bei der Bereitstellung von Wald-Leistungen für die Allgemeinheit.

Als weiteres Handlungsfeld sieht der Waldpakt „umwelt- und baupolitische Initiativen“ vor: Gefördert werden soll u.a. der Holzbau, um die CO2-Bindung und damit den wald- und holzbasierten Klimaschutz-Beitrag zu unterstützen.

Die Aufgaben und Absichten der Landesregierung sind aus Sicht des BDF-NRW zu loben. Aber alleine der Wille und die Absicht reichen nicht aus.

 

Es fehlt das nötige Personal ...

 

Um auch nur im Ansatz die Aufgaben sachgerecht erfüllen zu können, sind nach Berechnungen des BDF NRW je nach Tiefe der Aufgabenerledigung 200 bis 300 zusätzliche Stellen in allen Laufbahnen nötig. Unsere Kolleginnen und Kollegen gehen bildlich gesprochen auf dem Zahnfleisch.

 

Aber auch der Katastrophe nicht angemessene Erschwernisse sind nicht wirklich lustig. So ist es unverständlich, dass der Waldbesitz gemäß Waldbaukonzept und Waldentwicklungstypen beraten werden soll, die beste Variante aber nicht förderfähig sein kann.

 

Waldbaukonzept_nrw.pdf

 

Gefördert werden kann dann nur eine schlechtere Variante. Das ist niemandem zu vermitteln, macht unsere Leute und das Konzept unglaubwürdig und hilft nicht bei der Wiederbewaldung.

 

... und es fehlen die nötigen Gelder.

 

Nach überschläglichen Berechnungen des BDF NRW beträgt der Mittelbedarf für eine Überwindung des Waldnotstandes insgesamt eine Milliarde Euro in NRW. Die zugesagten 100 Millionen Euro sind da nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

 

Es bleibt noch viel zu tun.

 

Fred Josef Hansen

LV


Was tun, wenn nichts mehr geht?

Bild: www_slon_pics auf pixabay.com
Bild: www_slon_pics auf pixabay.com

März 2020

Arbeit in Zeiten diverser Katastrophen

Der Klimawandel bedroht Nordrhein-Westfalens Wälder, die Hauptbaumarten Fichte und Buche sterben flächig ab. Waldbesitzende fürchten um ihre betriebliche Existenz, der Umgangston verschärft sich. Der heimische Holzmarkt läuft über, die Rohstoffversorgung der Sägewerke steht allein schon mittelfristig auf der Kippe. Die Politik hält am Zeitplan für die Privatisierung des Holzverkaufes und für den so genannten Transformationsprozess hin zur direkten Förderung fest. Die Krise wird über mehrere Jahre anhalten, die Prognosen der Experten sind düster.

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leiden unter dieser Situation, zahlreiche Anfragen nach Unterstützung belegen das nachweisbar.

 

Welche Alternativen gibt es?


Einführung der direkten Förderung in NRW

 

Februar 2020

Die vom Umweltministerium initiierten Infoveranstaltungen zur direkten Förderung haben sich zum Desaster entwickelt.

 

Das Fazit zuerst: Die vom Umweltministerium initiierten Infoveranstaltungen zur direkten Förderung haben sich trotz oder gerade wegen eines externen Dienstleisters zum Desaster entwickelt. Es ist ein kaum zu behebender Flurschaden bei den Mitarbeitenden und beim Waldbesitz entstanden. Dabei hat die ganze Veranstaltungsreihe das Land fast 200.000 Euro an Unternehmerentgelt plus die kaum zu beziffernden Personalkosten des Landesbetriebes gekostet.

 

Nach dem desaströsen Ergebnis der Infoveranstaltungsreihe sollen die Mitarbeitenden des Landesbetriebes die Kartoffeln aus dem Feuer holen und laufen Gefahr, den Schwarzen Peter zu bekommen.

  • Wie konnte es überhaupt so weit kommen?
  • Zur Kritik im Einzelnen
  • Wie geht es wieter?

Kommentar – Nicht nur die Katastrophe bleibt biblisch

 

Februar 2020

Viel Aufruhr herrscht im Land, dem Wald geht es schlecht, Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer verlieren ihre Existenzgrundlage, fachkundiges Personal darf erst schuften bis zum Umfallen und muss im Anschluss um berufliche Inhalte bangen.

In der Praxis werden die vollmundigen und politisch korrekten Willensbekundungen sich an ihrer Umsetzung und vor allem an ihrer Wirkung messen lassen müssen.

Entscheidend wird sein, wie die fachlich und inhaltlich guten Beschlüsse des Waldpaktes faktisch umgesetzt werden. Und wann.

Auch Förderung jeder Art – so gut sie gemeint und möglicherweise auch gemacht sein mag - wird am Ende an ihrer Wirkung gemessen.

 

Insgesamt gilt nach wie vor das Wort aus dem Matthäus-Evangelium (7, 15 ff.,Lutherbibel revidiert 2017), ein Paradebeispiel nicht nur für forstliche Saatgutgewinnung:

 

„Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ UM

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