Bezirksgruppe Rhein-Eifel


Heribert Erdle hat uns verlassen

 

April 2020

Mit unserem Ehrenmitglied Heribert Erdle hat uns am 19. Februar 2020 ein geachteter und beliebter Forstmann der alten Garde verlassen. Zugleich ist ein wichtiger Zeitzeuge der forstwirtschaftlichen und berufspolitischen Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen nach dem Zweiten Weltkrieg von uns gegangen.

 

Von 1969 bis 1976 leitete er als Vorsitzender des BDF NRW die Geschicke unseres Landesverbandes. In seine Amtszeit fielen die Verabschiedung des neuen Landesforstgesetzes NRW und der Aufbau der neuen Landesforstverwaltung als Einheitsforstverwaltung. Es war eine spannende Zeit, in der unser Berufsverband vor gewaltigen Herausforderungen gestanden hat. Diese Zeit hat Heribert Erdle maßgeblich mitgestaltet, wie er in seinem Beitrag in dem Jubiläumsmagazin anlässlich des fünfzigjähren Bestehens unseres Landesverbandes1998 ausführlich beschrieben hat.

 

Jeder wird Heribert Erdle auf seine Weise in Erinnerung behalten, ob als Kollege, Vorgesetzten oder als Wegbegleiter im BDF. Für mich war er ein wichtiger Wegbegleiter bei meiner Arbeit für unseren Landesverband. Im Jahr 1998 hatte unser Landesverband eine Exkursion nach Weißrussland organisiert und gebucht. Kurz vor Reiseantritt musste ich mich einer Bandscheibenoperation unterziehen. Ohne sich lange bitten zu lassen, übernahm Heribert Erdle die Delegationsleitung. Mit seinem Fingerspitzengefühl und seinem ansteckenden Humor machte er diese nicht ganz unproblematische Exkursion zu einem unvergessenen Erfolg.

 

Dem BDF und seinen Forstleuten blies immer wieder aufs Neue der politische Wind ins Gesicht. In diesen Zeiten stand mir Heribert Erdle mit seinen Erfahrungen als wertvoller Berater zur Seite. Er machte mir in kritischen Phasen stets Mut. Seine mit Leidenschaft auf BDF-Veranstaltungen vorgetragenen Beiträge sind mir ebenso in Erinnerungen wie seine humorvollen Einwürfe in scheinbar festgefahrenen Diskussionen. Er hatte die Gabe, ernste Themen humorvoll vorzutragen und ihnen so die Schärfe zu nehmen. Und noch etwas gehörte zu seinem persönlichen Markenzeichen: „Sein konsequenter Hang zur charmanten, vielleicht gewollten Unpünktlichkeit“. Viele ältere Forstleute werden sich an die fünfzehnminütige Zeitmaßeinheit „ein Erdle“ erinnern.

 

Wer das Glück hatte, Heribert Erdle über einen langen Zeitraum aus der Nähe zu erleben, spürte seine hohe soziale Kompetenz und erfuhr seine Hilfsbereitschaft. Er hatte stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Mitmenschen. Ich bewundere ihn für seinen unerschütterlichen christlichen Glauben, auch in Zeiten, in denen das Schicksal nicht gnädig mit ihm umging. Ich bin mir sicher, Heribert Erdle ist nicht nur für mich ein Vorbild. Ich verabschiede mich in Trauer und in Dankbarkeit von diesem liebenswerten Weggefährten.

 

Wir Forstleute werden Heribert Erdle in lebendiger Erinnerung behalten. Bernhard Dierdorf


Der verstorbene Kollege Dieter Rupp Foto: Dieter Rupp
Der verstorbene Kollege Dieter Rupp Foto: Dieter Rupp

Wir trauern um Dieter Rupp

 

April 2020

Der BDF trauert um Dieter Rupp, den langjährigen Büroleiter und Funktionsbeamten Hoheit des ehemaligen Forstamtes Ville und des späteren Forstamtes Bonn. Er verstarb am 27. Januar 2020 kurz vor der Vollendung seines 79. Lebensjahres nach langer und schwerer Krankheit.

 

Herr Rupp wuchs im Forsthaus Schornbusch – sein Vater war bereits Förster – in Schweinheim auf. Sein Vater hat wohl sein Interesse an Wald und Forstwirtschaft geweckt und es war für ihn selbstverständlich, dass dies sein Traumberuf werden sollte.

 

Diesen Traum setzte Dieter Rupp dann zielbewusst um. Nach seiner Ausbildung und Hilfsförsterzeit in den ehemaligen Staatlichen Forstämtern Königsforst und Siegburg kehrte er zunächst in den Schornbusch zurück. Doch irgendwie schien ihm die Tätigkeit als Revierleiter doch nicht so ganz zu behagen, so dass er bereits nach einem knappen Jahr in den Innendienst im damaligen Forstamt Ville wechselte.

 

Dieter Rupp war ein sehr vielseitig interessierter Kollege, der neuen beruflichen Herausforderungen grundsätzlich positiv gegenüber stand. So wechselte er 1972 vom Geschäftszimmer des Forstamtes Ville zum Forsteinrichtungsamt nach Düsseldorf und richtete damals u.a. den Hambacher Wald ein. Durch seine immer sehr präzise und strukturierte Arbeitsweise fiel Dieter Rupp dem damaligen Landesforstchef Herrn Hochhäuser auf, der ihn dann für drei Jahre ins Düsseldorfer Ministerium holte.

 

Doch Dieter Rupp drängte es zurück in die Ville. Ab 1977 an war er für zehn Jahre Büroleiter des Forstamtes Ville mit der zentralen Aufgabe, den Großflächentausch des Landes mit dem damaligen Braunkohleunternehme Rheinbraun – Hambacher Wald gegen das Ville-Rekultivierungsgebiet – umzusetzen.

 

1987 übernahm Dieter Rupp die Aufgabe des Funktionsbeamten Hoheit im Forstamt Ville, die er 1995 im Zuge der damaligen Forstreform mit der Fusion der beiden ehemaligen Forstämter Ville und Kottenforst zum neuen Forstamt Bonn bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2006 ausübte. Sein Engagement war aber mit dem Eintritt in den Ruhestand nicht vorbei, denn über viele Jahre war Dieter Rupp bis kurz vor seinem Tode Leiter des Naturschutzbeirates (vormals Landschaftsbeirat) im Erftkreis.

Es gibt nur wenige Kollegen, die am Ende ihrer forstlichen Laufbahn zufrieden und erfüllt auf die Tätigkeit in sieben verschiedenen Funktionen zurückblicken können. Und darin spiegelt sich Dieter Rupps große Stärke wider. Er konnte sehr gut mit Menschen umgehen.

 

Durch seine immer sehr liebenswerte, humorvolle, verbindliche, stilvolle und äußerst korrekte Art hat er immer schnell das Vertrauen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erobert. Bei allen Meinungsverschiedenheiten und Konflikten stand für Dieter Rupp immer die Suche nach dem Gemeinsamen und nicht das Beharren auf dem Trennenden im Vordergrund. So konnte er auch die oft divergierenden Interessen im Naturschutzbeirat zu einer klugen Lösung führen.

 

Dem BDF war Herr Rupp ganz besonders verbunden. Für ihn war es immer eine Selbstverständlichkeit, sich für unseren Berufsverband einzusetzen. Nach seiner Pensionierung wurde er zum Initiator des jährlichen BDF-Pensionärstreffens für die Region Eifel und südliches Rheinland. In seinem Sinne sollte sich für diese wichtige Aufgabe bald ein Nachfolger finden.

 

Der BDF trauert um einen lieben Menschen und mit vielen freundschaftlich verbundenen Kollegen. Es gibt uns aber Trost zu wissen, dass so viele ihn sehr geschätzt haben. Stephan Schütte