Bezirksgruppe Hochsauerland-Soest


BDF-Fachexkursion in den Pfälzerwald

Stationen der BDF-Fachexkursion Pfälzerwald 22.08. - 26.08.2018 © Moritz Volkmann
Stationen der BDF-Fachexkursion Pfälzerwald 22.08. - 26.08.2018 © Moritz Volkmann

Am 22. August 2018 startete die Bezirksgruppe Hochsauerland-Soest mit 18 Teilnehmern und -innen zur fünftägigen BDF-Fachexkursion in den schönen Pfälzerwald. Erste Station war die malerische Gemeinde Rumbach im Wasgau, wo uns der engagierte Ortsbürgermeister und Staatswaldförster Ralf Weber begrüßte. Rumbach stellt mit seinen knapp 480 Einwohnern eine kleine aber sehr aktive Gemeinde dar, was eine Reihe von Auszeichnungen wie die Silbermedaille im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, der dritte Platz im Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ oder der Sonderpreis für die Innenentwicklung eindrücklich belegen. Darüber hinaus ist Rumbach aufgrund seiner gut erhaltenen Fachwerkhäuser und seinem vielfältigen Freizeitangebot ein beliebtes Ausflugsziel. Im dazugehörigen Gemeindewald schilderte uns Herr Weber die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer Weißtannensaat. Hierbei konnten wir uns selbst davon überzeugen, dass die Saat eine geeignete Methode darstellt, diese interessante Baumart einzubringen. Zwingende Voraussetzung hierfür ist aber ein wirksamer Verbissschutz, welcher hier in Form einer Einzäunung vorlag. Zum Abschluss ging es steil bergauf, dabei erklommen wir die Burgruine Wegelnburg und genossen einen atemberaubenden Ausblick über den Pfälzerwald, das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands.

 

Am Donnerstag empfing uns Michael Grünfelder, der Leiter des Forstamtes Hinterweidenthal. Zusammen erstiegen wir die 164 Stufen des Luitpoldturmes. Dort stellte Herr Grünfelder uns das Forstamt vor und ging auf die Historie der Region ein, welche lange Zeit unter bayerischer Obrigkeit stand. Neben der Vergangenheit wurde auch die derzeitige forstpolitische Entwicklung in Rheinland-Pfalz erläutert. Auf der anschließenden Wanderung durch das Biosphärenreservat, inklusive Kernzone, wurden Aspekte des Prozessschutzes, der Verkehrssicherung und Rückbau der Erschließung angesprochen und intensiv diskutiert. Nachmittags überschritt die Reisegruppe die lothringische Grenze um mithilfe einer Audioführung mehr über die bewegte Geschichte der historischen Festung Bitsch (frz. Bitche) zu erfahren.

© Moritz Volkmann
© Moritz Volkmann

Zur Station am Freitag begrüßten uns der Leiter des Forstamtes Johanniskreuz, Burkhard Steckel und der Revierleiter Hans-Peter Rauch. An mehreren Exkursionspunkten ging es vor allem um die weit zurückreichende Geschichte der Eichenbewirtschaftung im Forstamt. Wir besichtigten stattliche Eichen aus der napoleonischen Zeit, mitunter über 300 Jahre alt, und Eichen aus der sogenannten späteren bayerischen Zeit. Dabei wurde näher auf die Holzverwendung als Messerfurnier und Fassbau eingegangen. Weiterhin konnten wir uns davon überzeugen, wie anspruchsvoll sich die Verjüngung der Eichenbestände darstellt, zumal sich der überwiegende Anteil der Standorte im Forstamt im Buchenoptimum befindet. Klassisch wird hierbei vor allem auf Vollmasten gesetzt, wobei zur Verjüngung auf Zäunung und Schirmschläge zurückgegriffen wird. Nachmittags nahm die Gruppe die Gelegenheit wahr, in Zweibrücken die Konversion von ehemaliger militärischer Liegenschaft zu besichtigen. Abends erlebten wir in Glashütte einen geselligen Pfälzerabend mit Saumagen und Leberknödeln bei musikalischer Begleitung. Anschließend erfuhren wir im Rahmen einer originellen Weinprobe mehr zur Geschichte, Kultur und Besonderheiten der Region und deren Bewohner.

Waldbaulicher Höhepunkt der Exkursion war am Samstag unser Besuch bei Ministerialrat Georg Josef Wilhelm in Blieskastell, der uns das waldbauliche QD-Konzept näher brachte. Dieses zielt darauf ab, höherpreisiges Wertholz mit möglichst geringen Aufwand zu erzielen. Während einer spannenden Exkursion durch den dortigen Kommunalwald wurden uns die beiden Stufen der Qualifizierungs- und Dimensionierungsphase vorgestellt. Innerhalb der ersten Phase wird v. A. eine hohe Konkurrenzsituation ausgenutzt, um ein möglich astfreies Stammstück zu erziehen. Sobald dieses astfreie Stammstück 25 % der zu erwartenden Endhöhe des Baumes entspricht wird in der anschließenden Dimensionierungsphase durch langfristige und konsequente Freistellung die Konkurrenz durch mögliche Bedränger möglichst gering gehalten. Somit können im Vergleich zu klassisch hochdurchforsteten Beständen stärkere Durchmesser innerhalb kürzerer Zeit erzogen werden, wobei die Anzahl der Z-Bäume (sog. Supervitale), mit 20 bis 40 Bäumen je ha, verhältnismäßig gering ausfällt. Die Exkursionsgruppe bestaunte die bisherigen Ergebnisse des QD-Konzeptes, welches als Grundprinzip eine gedankliche Verbindung aus der französischen Mittelwaldbewirtschaftung und der preußischen Hochdurchforstung darstellt. Die besonderen Eindrücke des Tages ließen wir auf dem Salztripplerfest in Rumbach in geselliger Runde ausklingen.

Die 18-köpfige Reisegruppe der BDF-Fachexkursion in den Pfälzerwald, Glashütte (Lemberg) © Moritz Volkmann
Die 18-köpfige Reisegruppe der BDF-Fachexkursion in den Pfälzerwald, Glashütte (Lemberg) © Moritz Volkmann

Am letzten Tag unserer Exkursion besuchten wir nach dem Gottesdienst einen Krämermarkt mit Trecker- und Oldtimertreffen in Rumbach, dem Ausgangspunkt unserer Reise. Äußerst zufrieden und mit vielen schönen Eindrücken im Gepäck traten wir unsere Rückreise an. Der Pfälzerwald hat uns mit seiner einzigartigen Landschaft, seinen kulturellen Besonderheiten und der lebensfrohen und gastfreundlichen Mentalität seiner Bevölkerung zutiefst beeindruckt. Für die gelungene Reise möchten wir den Organisatoren und allen unseren Gastgebern unseren herzlichen Dank aussprechen und freuen uns bereits auf weitere gelungene BDF-Exkursionen; In diesem Sinne „Zum Wohl die Pfalz.“  BG HSK-SO


Bezirksgruppenversammlung in Olsberg

Volkhard Kunst dankt Dr. Günter Kathol für seinen Vortrag © Volkhard Kunst
Volkhard Kunst dankt Dr. Günter Kathol für seinen Vortrag © Volkhard Kunst

Nach einem gemeinsamen Frühstück konnte Volkhard Kunst am 2. März 2018 rund 30 Mitglieder begrüßen. Sein besonderer Gruß galt Abteilungsdirektor i. R. Dr. Günter Kathol, der eigens aus Münster angereist war, um einen Vortrag über die Entwicklung der Forstverwaltung in NRW zu halten. In seinem Kurzvortrag gab Dr. Kathol eine persönliche Einschätzung zur Lage der Waldbauern in NRW im Nachgang zum Kartellverfahren ab – sowohl als ehemaliger Forstbeamter als auch als Vorsitzender einer der größten Forstbetriebsgemeinschaften im Hochsauerland.

 

Nach den Regularien folgte ein ausführlicher Bericht aus der Personalratsarbeit bei Wald und Holz. Angesprochen wurden die neuen Dienstvereinbarungen Sucht, elektronisches Fahrtenbuch, Mehrarbeit, Auswahlverfahren und Forstwirte sowie die geplante DV Dienstpostenbewertung. In 2018 steht übrigens wieder die turnusgemäße Beurteilung der Beamteten an. Ein weiteres Thema waren die Regelungen zu Nebentätigkeiten, die auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst immer beim Betrieb anzuzeigen sind. Dem Betrieb stehen künftig sechs Soziale AnsprechpartnerInnen zur Verfügung.

 

Für die Erlangung des Schiessnachweises bietet die Bezirksgruppe wieder einen Termin am 27.4. im Schießkino Marsberg an.

 

Einige Mitglieder wurden für ihre langjährige Treue zum BDF geehrt, wobei Fritz Vetter, Ferdi Drescher und Henning Neumann ihre Ehrung persönlich entgegennahmen. Besonders geehrt wurde Herbert Volkmer, früher Stadtförster in Schmallenberg, für 60 Jahre Mitgliedschaft.

 

Der Vortrag von Dr. Günter Kathol,  „Forstliche Entwicklung  im Privatwald von Preußen und NRW 1815-2018“, beleuchtete die Geschichte der Waldbetreuung unterschiedlicher Besitzarten. Er versuchte im Vortrag zu ergründen, wie es zu der heutigen Situation, die eine Zerschlagung der Gemeinwohlleistung der forstlichen Betreuung des Kleinprivatwaldes bedeutet,  durch einen Kartellamtsbeschluss kommen konnte. Es folgte eine rege Diskussion auf den Vortrag, die die persönliche Betroffenheit und das unverständliche Umgehen der Politik noch einmal thematisierte. Mit einem Präsentkorb gefüllt mit Sauerländer Erzeugnissen aus den heimischen Wurstmanufakturen und einem guten Rotspon italienischer Provenienz bedankte sich die Bezirksgruppe bei Dr. Kathol und wünschte eine gute Hand bei seinem Einsatz, in der Region eine eigenständige private Holzvermarktung aufzubauen.

 

Die Versammlung endete dann mit einem gemeinsamen Mittagessen, wo noch intensiv weiter diskutiert wurde. Die für den Nachmittag geplante Exkursion in die Forstbetriebsgemeinschaft Bestwig wurde aufgrund der Eisglätte auf den Waldwegen in den Sommer verschoben. VK