Auftakttermin zum Waldgebiet des Jahres 2019 21. Mai 2019
Foto: © Ute Messerschmidt

17.04.2019

Seit letztem Monat haben wir viel überlegt, geplant, telefoniert, gemailt, koordiniert und abgewogen - seit heute ist es offiziell: Der neue Termin für die Feierlichkeiten zum Waldgebiet des Jahres 2019 - urbane Wälder Rhein/Ruhr steht!

wann?

Dienstag, den 21. Mai 2019 ab 13:00 Uhr

wo?

Freischütz Schwerte

Anmeldung?

bitte bis zum 6. Mai 2019 unter kontakt@bdf-nrw.de

   
Programm:  
13:00 Uhr

Begrüßung durch Ulrich Dohle (BDF-Bundesvorsitzender)

 

Grußworte

  Josef Hovenjürgen MdL, Vorsitzender Ruhrparlament
  Cajus Caesar, Waldbeauftragter des BMEL
  Gert Naendrup, Geschäftsführer der SDW NRW
  Impulsvortrag Anforderungen an den Großstadtwald
  Thomas Kämmerling, Leiter RVR Ruhr Grün
  Diskussionsrunden zum Thema "Wald für...
  ...Kopf und Herz"
  ...Natur und Portemonnaie"
anschließend Auszeichnung zum Waldgebiet des Jahres 2019 - urbane Wälder Rhein/Ruhr
ca. 16:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Im Vorfeld der Feier zum Waldgebiet des Jahres 2019 findet exclusiv für unsere Mitglieder ein außerordentlicher nicht öffentlicher Landesdelegiertentag statt.

Diesen möchten wir dazu nutzen, möglichst viele Kolleginnen und Kollegen aller Waldbesitzarten zusammenzuführen und mit aktuellen forst- und berufspolitischen Informationen zu versorgen. Außerdem möchten wir ein Plenum schaffen, in dem darüber gesprochen wird, wie Sie als Betroffene mit neuen Chancen und Risiken umgehen.

 

Sie sind Mitglied und haben noch keine Einladung erhalten?


15.03.2019

Am 22.03.2019 sollte im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Waldgebiet des Jahres 2019 – urbane Wälder Rhein/Ruhr die Arbeit und Leistungen der Forstkolleginnen und Forstkollegen im Besonderen herausgestellt und geehrt werden. Sie alle werden momentan - vermutlich eher am eigenen Leib als durch die zeitgleiche Berichterstattung – die aktuelle Situation im „Arbeitsplatz Wald“ mitbekommen: Aufgrund der Folgen der derzeitigen extremen Wetterlage sehen wir uns gezwungen, die Auftaktveranstaltung zum „Waldgebiet des Jahres 2019 für den 22.03.2019 abzusagen und zu verschieben. Die extrem hohe Arbeitsbelastung aller Beteiligten bei der Bewältigung der Borkenkäfersituation bereits in den letzten Monaten wurde und wird von den Sturmereignissen der letzten Tage noch extrem verschärft.

 

Es wundert uns daher nicht, dass uns in den letzten Tagen viele Absagen von Kolleginnen und Kollegen erreichen, die die ihnen übertragene Verantwortung für Ihren Arbeitsbereich sehr ernst nehmen. Oberste Priorität hat für uns alle die Wiederherstellung der Sicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger, gerade im Ballungsraum an Rhein und Ruhr.

 

In einer kurzfristig angesetzten Telefonkonferenz mit den Initiatoren vom BDF Bund und BDF NRW wurde entschieden, die Veranstaltung in den Zeitraum Ende Mai 2019 zu verschieben. Wir befinden uns gerade in der Terminabstimmung und sind dabei alle „Komponenten wieder zu synchronisieren“.

 

Angedacht ist nun, vor der Auftaktveranstaltung zum Waldgebiet des Jahres ab mittags, vormittags einen außerordentlichen Landesdelegiertentag abzuhalten. Es geht uns dabei nicht darum, Beschlüsse zu fassen. Auf ein Antragsverfahren, wie es bei Delegiertentagen sonst üblich ist, kann von Seite des geschäftsführenden Vorstands aus daher verzichtet werden.

 

Wir möchten die Gelegenheit nutzen, möglichst viele Kolleginnen und Kollegen zusammenführen und mit aktuellen Informationen zur Privatisierung des Holzverkaufs und zur Einführung der direkten Förderung der Betreuung zu versorgen. Außerdem möchten wir ein Plenum schaffen, in dem darüber gesprochen wird, wie die Betroffenen mit dieser neuen Situation umgehen und welche Erwartungen sie an Ihren Berufsverband und an Ihren Arbeitgeber haben.

 

So werden wir in einer dann hoffentlich entspannten Atmosphäre und dem Anlass entsprechend mit vielen Kolleginnen und Kollegen den Tag gemeinsam verbringen können. Darauf freuen wir uns!


"Tief im Westen, wo die Sonner verstaubt, ist es besser, viel besser, als man glaubt" (Herbert Grönemeyer)   Foto © Ute Messerschmidt
"Tief im Westen, wo die Sonner verstaubt, ist es besser, viel besser, als man glaubt" (Herbert Grönemeyer) Foto © Ute Messerschmidt

 

Du bist keine Schönheit

 

Januar 2019

Warum wir an Rhein und Ruhr das perfekte Waldgebiet des Jahres haben

 

Die Groß(stadt)region Rhein – Ruhr verbindet man gemeinhin nicht mit einem klassischen Waldgebiet. Herbert Grönemeyer erklärte schon 1985, warum die Wahl des Waldgebietes des Jahres 2019 genau ins (Kohlenstaub)Schwarze trifft.

 

Tief im Westen

Die Region wurzelt tief im Westen in unmittelbarer Nachbarschaft zu unseren europäischen Nachbarn, mit denen wir eine lange, gemeinsame Geschichte und eine seit vielen Jahren tatsächlich grüne Grenze teilen, die mittlerweile mehr verbindet als trennt.

 

Wo die Sonne verstaubt

Als Kinder von Eltern aus dem Kohlenpott haben wir in den Siebzigerjahren die Sonne tatsächlich noch verstaubt gesehen. Seit Beginn der Achtzigerjahre sprach alle Welt vom Waldsterben und dem Sauren Regen. Zwar kriselte die Kohle da schon seit zwanzig Jahren, die Folgen von Luftverschmutzung und Verkehr zeichneten die Städte jedoch immer noch. Die umliegenden Wälder sollten in ihren Ursprüngen die Luft reinhalten; mit dem „Entwicklungsprogramm Ruhrgebiet“ wurden seit 1968 Freizeitparks, Grünanlagen und Teichlandschaften geschaffen, um das Leben in den Städten lebenswerter zu gestalten.

 

Pulsschlag aus Stahl

Im Herzen Nordrhein-Westfalens liegt es, mit dem Land verbunden über Verkehrsadern, in denen täglich Millionen von Menschen in Bus, Bahn und Auto pulsieren und die Städte mit Leben erfüllen. Die Zeiten von Stahl, Eisen und Grubengold sind allerdings ein für alle Male vorbei. Allein zwischen 1976 und 1998 ging die Zahl der Beschäftigten in diesen klassischen Bereichen um 60% zurück.

 

Leider total verbaut

Schön war es nicht überall an Rhein und Ruhr, als Grönemeyer sein Lied sang. Kurze Zeit später läuteten die Impulse der IBA Emscher Park eine Zeitenwende ein. Mit der Route Industriekultur, moderner Architektur auf ausgedienten Zechenstandorten, dem Projekt Industriewald, touristischen Hotspots und alternativen Verkehrsstrukturen gelang es langsam und sicher, die Region aus der grauen Arbeitsecke ins Licht der Öffentlichkeit zu holen.

 

Nicht das große Geld

1979 stellte man altgediente Recken wie das Schiffshebewerk Henrichenburg in den wohlverdienten Ruhestand des ersten Museums für Industriekultur. Nur etwas mehr als zehn Jahre später zu Beginn der Neunzigerjahre nutzte die Region die Chancen des beginnenden Digitalisierungsbooms und bietet seitdem Platz für eine Vielzahl von Startups und Giganten dieser Branche.

 

Du bist keine Weltstadt

Doch, Rhein – Ruhr ist eine große Weltstadt, die Menschen aus über 200 Herkunftsländern Heimat, Leben und Arbeit bietet. Ausdruck fand diese Vielfalt unter anderem 2010 als Europäische Kulturhauptstadt mit tausenden Veranstaltungen. Die Menschen in der Region spiegeln die Geschichte ihrer Vorfahren und ihre eigenen Hintergründe und gelten als ungeschminkt, bescheiden und als ehrliche Haut.

 

Du Blume im Revier

130.000 Hektar Wald zwischen Bonn, Duisburg und Hamm liegen zwar nicht idyllisch am Stück, aber zur Freude und zum Nutzen der vielen, vielen Menschen mitten im Herzen des bevölkerungsreichsten Bundeslandes. Dieser Wald gehört privaten Waldbesitzern, Kommunen, dem Land, wird bewirtschaftet von Eigentümern, eigenen Forstwirten, Dienstleistungsunternehmen, manchmal auch gar nicht.

 

Verstaubt, vergraut, verbaut, geliebt, gebraucht – viel besser als man glaubt, viel besser als man glaubt.

Ute Messerschmidt

 


Waldgebiet des Jahres 2019!

 

23.11.2018

Der Bund Deutscher Forstleute als Berufsverband und Gewerkschaft aller im Wald beschäftigten Menschen ruft zum achten Mal bundesweit ein Waldgebiet des Jahres aus. Die Urbanen Wälder Rhein-Ruhr werden für 2019 wegen Ihrer besonderen Bedeutung für die Menschen und für die Natur im Ballungsraum an Rhein und Ruhr mit dieser wichtigen Auszeichnung geehrt. Damit wird erstmals ein nordrhein-westfälisches Waldgebiet mit dieser Auszeichnung ins Blickfeld der Öffentlichkeit gehoben.

 

Erstmals fiel die Wahl des BDF Bundesverbandes dabei nicht auf einen bestimmten, eng abgegrenzten Waldkomplex mit seinen spezifischen Besonderheiten sondern auf einen ganzen Kulturraum mit vielfältigen Waldfunktionen, einer bunten Palette von Eigentümern, Nutzern und Interessierten.

 

Der Wald in Nordrhein-Westfalen wurde in den letzten Jahrhunderten durch den wirtschaftenden und gestaltenden Menschen zu einer intensiv genutzten Kulturlandschaft geformt. Gleichzeitig ist er aber auch der wichtigste Rückzugsraum für den Naturschutz. Das gilt in besonderem Maß im Ballungsraum Rhein/Ruhr. In der öffentlichen Wahrnehmung wird hier Waldbewirtschaftung oftmals als Frevel an der Natur empfunden. Freizeit- und Erholungsnutzung, Umweltbildung und Naturschutz treten in der Wertschätzung der Menschen an erste Stelle. Die Pflege des Waldes, die Verkehrssicherung und die Bedeutung des Rohstoffes Holz für die nordrhein-westfälische Wirtschaft und für das Einkommen der Waldbesitzer im Privatwaldland Nordrhein-Westfalen erfordern aber regelmäßige Eingriffe im Wald.

 

Forstliche Bewirtschafter in den Urbanen Wäldern RheinRuhr müssen daher neben ihrem forstfachlichen Können auch über besondere soziale Kompetenzen verfügen, wenn sie diesen Spagat zwischen allen geforderten Waldfunktionen meistern und in dieser Region erfolgreich agieren wollen. Sie benötigen Verständnis für urbane Ökosysteme, für Urbanität an sich, sowohl in sozialer als auch in ökologischer Hinsicht. Ein Verständnis für Akteure des urbanen Raumes und eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, Dialogbereitschaft, Lernfähigkeit sind ebenso wichtig wie ein gutes Konfliktmanagement. Es geht um die Moderation von Gesprächen und Mediation bei Konflikten. Ihre Arbeit muss kommuniziert werden um alle Beteiligten in die Entscheidungen einzubeziehen. Hierzu sind Pressekompetenz und Marketing-Fähigkeiten gefragt. Nur dann gelingt die Zusammenarbeit und Kooperation aller Akteure. Wer da nicht mit Geduld, Neugier, Toleranz, Kritik- und Selbstkritikfähigkeit ausgestattet ist schafft es nicht, dieser spannenden Aufgabe gerecht zu werden.

 

Viele Akteure werden im Jahr 2019 die Bedeutung dieses ganz besonderen Waldgebietes Urbane Wälder RheinRuhr in zahlreichen Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Aktionen aufgreifen. Dabei wird deutlich, welch enorme gesellschaftliche Bedeutung der Wald in diesem Ballungsraum mit seinen 10,6 Mio. Menschen hat und welcher wichtigen Aufgabe sich die Forstleute stellen um den vielfältigen parallel gestellten Ansprüchen gerecht zu werden. R.N.