BDF - NRW Seniorenvertretung

Liebe Ruheständler,

der BDF in Nordrhein-Westfalen gehört zu den Bundesländern, die leider über keine gewählte Seniorenvertetung verfügen.Termine werden im Moment nach Möglichkeit von der Geschäftsstelle wahrgenommen und auch Ihre Bezirksgruppe ist natürlich für Sie ein Ansprechpartner.

Ist das so in Ordnung für Sie?
Ist Ihnen das zu wenig?
Was vermissen Sie?


Möchten Sie sich persönlich einbringen und Ihren Landesverband in diesem Bereich tatkräftig unterstützen?

Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf.
Wir freuen uns über Ihre Meinung und konstruktive Anregungen.

Ihr BDF NRW

Landesgeschäftsstelle des BDF NRW

Markstr. 2
58809 Neuenrade
02394 286631
kontakt(at)bdf-nrw.de
 

Quo vadis, Seniorenvertretung?

von Eckehard G. Heisinger

„Bedarf es noch einer Seniorenvertretung?“ war unlängst die etwas provokant formulierte Frage von Friedrich Rhensius, der im Vorfeld unserer diesjährigen Frühjahrssitzung in Erfurt Sorge hatte, sein Amt mit nunmehr 89 Jahren womöglich nicht in erfahrene Hände weitergeben zu können.

Wenn es inzwischen mitgliederstarken Landesverbänden mit einem 30- bis 40 %igen Pensionärsanteil nicht mehr in einer angemessenen Zeit gelingt, eine BDF-Pensionärsvertreterin oder einen Pensionärsvertreter zu benennen, mögen die Sorgen von Friedrich Rhensius wohl berechtigt gewesen sein.

Gerade deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass wir heute mehr denn je auf aktive Seniorenvertretungen angewiesen sind, in Zeiten, in denen es immer schwerer wird, auch junge Menschen für berufsständisches, gewerkschaftliches Engagement überzeugen, ja begeistern zu können.

Zugegeben, die Aufgaben und Verantwortungsbereiche in allen Waldbesitzarten haben sich die zurückliegenden drei Jahrzehnte dramatisch verändert und lassen so oftmals keine Luft mehr für ehrenamtliches Wirken. Leider eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung, auf die aber nicht nur Vereine und Hilfsorganisationen, sondern auch wir dringend reagieren müssen. Ansonsten droht das, wofür vor über 150 Jahren mutige und engagierte Menschen gekämpft haben, verloren zu gehen: das Recht auf Bildung von Gewerkschaften und Interessenverbänden. Ein unschätzbares, hohes Gut, das es unbedingt zu erhalten gilt.

Doch wie, liebe Mitglieder? Denn wer im Augenblick die Situation innerhalb unseres Verbandes ungeschönt und pragmatisch erleben möchte, möge sich nur einmal zu der einen oder anderen Mitgliederversammlung oder zu einem Landesverbandstag aufmachen.

Es muss dabei, nicht nur für Außenstehende, immer wieder der Eindruck entstehen, dass nirgendwo der Schuh drückt, dass es keiner Verbesserung bedarf, ja dass viele aktive Kolleginnen und Kollegen in einer offenbar großen, beruflichen Glückseligkeit leben – denn sie glänzen regelmäßig durch Abwesenheit!
Und würden stattdessen nicht immer wieder mehr und mehr Ruheständler und Pensionäre diese Veranstaltungen besuchen, die dann oftmals 30, 40, ja bis zu 50 % der anwesenden Mitglieder ausmachen, säßen viele Landesvorstände vor fast leeren Sälen.

Die Zeiten, wo man womöglich auch auf Fensterbrettern sitzend oder gar stehend einen Landesverbandstag
überstehen musste, wo beispielsweise der BDF Schleswig-Holstein den Landesverbandstag im großen Saal des Kieler Yacht-Clubs abhalten musste, um die Vielzahl der Mitglieder und Gäste adäquat unterbringen zu können, sind lange vorbei – und eine Trendwende ist aktuell nicht zu erkennen.
Woran mag das liegen?, mag sich mancher fragen. Sicher nicht an dem fehlenden Engagement unserer Mandatsträger und auch sicher nicht daran, dass es nichts mehr zu verbessern gibt – oder?
Sind hierfür womöglich die unzähligen Strukturveränderungen vieler Forstverwaltungen verantwortlich zu machen, die ja gleichzeitig immer mit einem dramatischen Personalabbau verbunden waren, oder ist es viel banaler? Fehlt einfach nur die Zeit oder das Selbstvertrauen, den eigenen Hut in den Ring zu werfen, oder fehlen der Optimismus und/oder die Überzeugung, dass doch mehr beeinfl usst werden
kann, als man selbst glaubt?

Eines ist jedoch sicher, liebe Mitglieder, hält diese Entwicklung an, wird unsere berufsständische Arbeit mehr und mehr seine Würde verlieren und es wird irgendwann einmal unmöglich werden, unsere berufsständische, gewerkschaftliche Arbeit sinnvoll weiterzuführen. Nach Robert Musil „irren wir vorwärts‘“, wenn wir oder auch Sie, liebe aktive Kolleginnen und Kollegen, den Eindruck haben, dass berufsständische Arbeit überfl üssig geworden ist, dass es nicht mehr lohnt, sich für das „ Allgemeinwohl“ einzusetzen. Im Gegenteil! Solange auch öffentliche Forstverwaltungen ihr Heil nach wie vor nur darin sehen, die durch die Politik geforderten Strukturveränderungen mit einem z. T. dramatischen Personalabbau zu verbinden (Brandenburgs Regierung will in der x-ten Reform demnächst den Personalstand von 1.500 auf 1.000 abschmelzen!), bedarf es kompetenter und innovativer, belastbarer berufsständischer Vertretungen, die, mehr als bisher, zum Wohle unseres Waldes und seiner umfänglichen Aufgaben „klare Kante“ zeigen können.

Wir Senioren möchten daher Ihnen, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, die Sie uns in den verschiedensten Aufgabenbereichen gefolgt sind, wieder mehr Mut machen und Ihnen anbieten, Sie zu unterstützen,
wenn es Ihnen erforderlich erscheint. Ob nur als Mitglied oder Mandatsträger, scheuen Sie sich nicht, uns anzusprechen. Ich bin mir sicher, dass die eine oder andere berufsständische Erfahrung aus der Vergangenheit auch für die Lösung aktueller Probleme genutzt werden kann.

Wir stehen bereit, aber in der 2. Reihe! 
Ihr Eckehard G. Heisinger